Der Beginn als Motivationscoach

Ein Hilferuf

Letztes Wochenende hat mich eine sehr gute Freundin gebeten, ihr einen Trainingsplan zu erstellen. Sie will wieder zum Laufen anfangen. Clara ist sehr sportlich, aber so wirklich alleine laufen war sie noch nie. Mein erstes Dilemma als Coach: War sie einmal eine gute Läuferin? Oder war sie es noch nie und will es aber werden? Die Antwort auf diese Fragen ist wichtig. Ein Läufer, der eine Pause eingelegt hat und sich entscheidet, wieder das Laufen aufzunehmen, hat wesentlich mehr Potenzial als jemand, der noch nie regelmäßig gelaufen ist. Der Körper eines ehemaligen Läufers ist besser vorbereitet als der eines Anfängers. In der Tat verfügt der menschliche Körper über Speichermechanismen so wie z.B. Muskelerinnerung, die es ermöglichen schnell wieder in volle Fahrt zu kommen. Und das gilt auch für das Gehirn, der ebenfalls wie ein Muskel arbeitet, der leicht reaktiviert werden kann. Der Anfänger hingegen wird bei Null anfangen müssen.

Auf dem Weg zum Beruf als Coach

Das zweite Dilemma: Sind meine Fähigkeiten ausreichend, einen derartigen Trainingsplan zu erstellen. Ich bin keine Sporttrainerin und wollte es auch nie sein. Zumindest habe ich nie die Ausbildung dafür gemacht. Ich bin eine Freundin die zuhört, ich gebe gerne Ratschläge und motiviere die Menschen. Ein Vorbild zu sein, gebe ich jedoch nicht vor. Ich habe gerade einige Nachforschungen über die Eigenschaften gemacht, die erforderlich sind, um eine gute Sporttrainerin zu sein. Laut meinem Freund Google muss man

1) zuhören können,
2) motivierend sein,
3) vielseitig sein,
4) streng sein,
5) tolerant sein und
6) positiv sein.

Ich habe meine FreundInnen nie gefragt, welche Qualitäten sie in mir sehen. Doch ich denke, ich habe genug von den genannten Eigenschaften. Außerdem kenne ich Clara gut und beim Laufen kenne ich mich eben so sehr gut aus. Aus Angst, den Beginn einer großartigen Karriere zu verpassen, beginne ich nun und werde einen ersten Trainingsplan für meine Freundin erstellen.

Auf dem Weg zum Beruf als Coach

Das Profil des Läufers

Beginnen wir mit der Profilanalyse von Clara. Clara ist eine Sportlerin, die gerne auf sich selbst aufpasst. Ihr Körper ist eher sportlich, was schon ein großer Vorteil ist. Sie ist jedoch auch Raucherin und jeder weiß, dass Rauchen und Sport nicht zusammenpassen. Zu diesem Thema empfehle ich den Podcast “Alkohol, Sex, Tabak & Laufen” von Fred und Guillaume (Dans la tête d’un coureur). Ein weiteres wichtiges Element, Clara ist motiviert und mag neue Herausforderungen. Ich denke, es wird nicht schwierig sein, zumindest in den Anfängen ihre Begeisterung zu wecken. Was komplizierter sein wird, ist ihre Motivation im Laufe der Zeit aufrechtzuerhalten. Ohne zu sagen, dass sie undiszipliniert ist, könnte sie sich schnell langweilen und eventuell aufgeben, wenn die Übungen nicht abwechslungsreich und unterhaltsam sind.

Kenne deinen Patienten

Die Methode

Nach dieser Analyse gilt es nun die richtige Methode zu finden, um Clara im Laufe der Zeit bei der Stange zu halten. Dieses Unterfangen wird mir gelingen, da ich die wichtigsten Key Learnings von meinem Artikel “Mach die Disziplin zu deinem Verbündeten” in die Praxis umsetzen werde.

Relevante Zielen wählen

Zuerst werde ich Clara nach den Gründen fragen, warum sie wieder laufen will. Will sie mit dem Rauchen aufhören, ohne an Gewicht zuzulegen, Gewicht verlieren, Aufmerksamkeit gewinnen, Anerkennung erlangen, für einen guten Zweck laufen, runter zu kommen oder einfach Druck ablassen? Clara muss ihre Erwartungen definieren und sicherstellen, dass der Sinn des Zieles, den sie sich selbst setzt, mit ihr selbst übereinstimmt.

Der Weg ist das Ziel

Sobald sie die Antwort (en) auf diese Frage gefunden hat, können wir mit der zweiten Phase des Plans beginnen, den Weg als Ziel zu betrachten. Es bedeutet, Freude daran zu haben, regelmäßige Anstrengungen zu unternehmen und sich nicht am Ziel selbst zu erfreuen. Ich habe keinen Zweifel, denn Clara ist eine fröhliche Person, die zum Beispiel gerne Geschäfte macht. Nicht wegen des Geschäfts, sondern nur weil es ihr Spaß macht.

Mache die Routine zu deinem besten Freund

Schließlich sollte sie eine Übungsroutine festlegen, die ihr es ermöglicht jederzeit zu wissen was zu tun ist. Ihre Entscheidungsfreiheit muss eingeschränkt werden, damit es zu keiner Entscheidungsermüdung kommen kann. Zu viele Fragen, wie heute trainieren oder doch erst morgen, ein kurzer intensiver Lauf oder lieber ein Ausdauerlauf, können schnell zur Folter werden. Clara, die dazu neigt, alle ihre Entscheidungen zu intellektualisieren, würde riskieren, viel Energie für die Entscheidungen aufzuwenden, anstatt ihre Kraft für Training und körperliche Anstrengung einzusetzen.

Aber genug der Theorie, jetzt folgt der Plan!

Die Disziplin ist deine Verbündete

Der Trainingsplan vom Coach

Ich werde mit einer Makroansicht beginnen und wenn meine Vision Clara gefällt, können wir zur nächsten Detailebene übergehen.

Die Erste Phase: Starten

Die Häufigkeit

Du wirst zweimal pro Woche laufen. Du musst die Tageszeit aussuchen, zu der du die meiste Energie hast. Für mich ist es morgens gut, aber ich denke für dich wird es abends sein.

Die Dauer

Zu Beginn solltest Du nicht länger als 15-20 Minuten laufen. Für einen Nicht-Sportlerin hätte ich lieber 10 Minuten geraten, aber ich denke, dass es zu wenig für dich sein wird.

Das Tempo

Vermeide in Bezug auf das Tempo den Zeitstress. Mache es mit Gefühl. Versuch dein Cruising-Tempo zu finden. Dies ist normalerweise das, mit dem du während des Trainings ein Gespräch führen kannst. Du wirst mir sagen, dass du diesen Test alleine nicht absolvieren kannst. Ruf mich stattdessen an, ich werde dir Gesellschaft leisten.

Ratschläge des Coach

Bei den ersten Ausflügen rate ich dich, lieber alleine zu sein, dich sanft und ohne äußeren Druck zu testen. Suche einen Podcast, eine Playliste oder warum nicht eine Meditationssitzung aus. Persönlich bin ich ein Fan der App Petit-Bambou. Sie bietet Sitzungen mit variabler Dauer zu verschiedenen Themen an.

Plane idealerweise, zusätzlich zu diesen beiden wöchentlichen Laufausflügen, eine zusätzliche Trainingseinheit in einer anderen Disziplin ein: Muskelaufbau, einstündige Radtour, Tanz, usw.

Worte einer Freundin

Wenn du nebenbei weiter eine Packung Zigaretten rauchst, den Aperitif liebst und ausgewogene Ernährung ignorierst, sind deine zwei wöchentlichen Termin mit 20 Minuten natürlich nutzlos. Du brauchst ein wenig Disziplin und Konsequenz in deinem Handeln, während du dir selbst gegenüber nachsichtig bist. Nachsicht mit dir selbst, genau das hast du mir beigebracht und jetzt sage ich es dir als Coach wieder. Ich bin sicher, du kannst es schaffen. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Genauso kannst du deinen Lebensstil nicht über Nacht ändern. Ein erstes Ziel könnte sein: keine Zigarette zwei Stunden vor und nach dem Training, Aperitif nur am Wochenende und eine ausgewogene Ernährung mit einer Ausnahme pro Woche. Ich zähle die zwei täglichen Schokoladenstücke nicht als Ausnahme 😉

Ergebnis

Während dieser Zeit wirst du wahrscheinlich Schmerzen spüren und auch Kurzatmigkeit wird dabei sein. Du musst dir selbst Vertrauen, das geht vorbei! Dein Körper wird schnell stärker und nach ein paar Wochen merkst du es an den Beinen, dein Atem wird wieder normal und du dein Bauch wird kleiner, glaube deinem Coach. Ich hör dich schon sagen, Mein Problem ist nicht der Bauch! Auch deine Oberschenkel werden kleiner 😉

Ein langsamer Start

Zweite Phase: Das Tempo beschleunigen

Nach diesen ersten drei Wochen kannst du die Dauer und Intensität der Einheiten erhöhen und warum nicht auch die Häufigkeit, ohne die drei wöchentlichen Trainings zu überschreiten.

Den Rhythmus beschleunigen

Dritte Phase: Unterstützung finden

Nach zwei Monaten musst du über die Umgebung nachdenken und einen Laufpartner finden oder warum nicht eine Gruppe, einen Verein oder sogar eine ganze Gemeinschaft von LäuferInnen. Heutzutage hast du mit der Begeisterung für das Laufen die Qual der Wahl, besonders in einer großen Stadt wie Mailand. Dies wird auch die Zeit sein, sich ein Ziel zu setzen (ein gemeinsamer Lauf, den wir zum Beispiel mit der Entdeckung einer Stadt verbinden würden). Als Coach rate ich dir: Und du sollst auch die Art des Trainings durch das Integrieren von Intervallsitzungen variieren. Diese beiden Dinge sind wichtig, um eine Monotonie zu vermeiden.

Sich einer Gruppe anschließen

Hat dich der Coach überzeugt?

Ich hoffe, ich habe dich überzeugt, den Sprung zu wagen und Deine Turnschuhe anzuziehen! Wenn ja, warte ich in drei Wochen auf deinen Bericht, um Bilanz zu ziehen und die nächsten Schritte gemeinsam, als Coach und Läuferin, fest zu legen. Wenn deine Erfahrung positiv ist, möchte ich sie möglicherweise mit anderen Personen teilen. In diesem Fall zögere nicht, mich für ein Why Do You Run?-Interview zu kontaktieren, welche ich auf meinem Blog (www.whydoyourun.eu) und auf meinem Instagram-Account (@whydoyourun_entredeuxmondes) veröffentlichen werde.

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